Beschreibung des Wappen:
Von gold und rot gespalten, über einem von blau und silber gespaltenen Wellenbalken vorn eine rechtsgewendete rote Axt, hinten über drei goldenen Kugeln (1:2) eine goldene Mitra, darin ein rotes Kreuz.
Begründung:
Die goldene und rote Grundfarbe des Wappens weist auf die mittelalterliche Zugehörigkeit des Ortes zur Herrschaft Manderscheid-Blankenheim hin. Die Grafen von Manderscheid-Blankenheim führten in ihrem Wappen die rot-goldenen Farben. Der blau-silberne Wellenbalken im unteren Wappenteil symbolisiert den mit dem Ort namensgleichen Reuther Bach. Der Ortsname Reuth wird - wie andere Orte die auf "rath", "roth" und ähnlich enden - auf eine Rodung - wahrscheinlich im 09. bis 10. Jahrhundert zurückgeführt. Für die Rodung und den Ortsnamen wurde die Axt im vorderen Wappenteil platziert. Für den Patron des Ortes und der kleinen Kappelle stehen die 3 goldenen Kugeln und die Mitra als Attribute des Heiligen Nikolaus.

 

 
 
 
 

 

 

 

 
 
 

 

 

Reuth Filialkapelle St. Nikolaus

1. Kapellenbau
Die Kapelle befindet sich noch am Standort der ersten Kapelle in der Ortsmitte des lang gestreckten Straßendorfes.
Die einschiffige Kapelle mit einem an der Nordseite angebauten Glockenturm, in dem sich auch die Sakristei befindet, weist einfache Rundbogenfenster auf. Der im Jahr 1972 neu erbaute Glockenturm ersetzt den ursprünglich an der Westseite über dem Kirchenschiff befindlichen Turm. Eindeutige Jahresangaben über die erste Errichtung einer Kapelle sind nicht bekannt. 1n einem Visitationsprotokoll ist die erste Errichtung einer Kapelle zu "Ruytz“ im Jahre 1570 erwähnt. Eine Rechnung über den Bau einer Kapelle weist aber auf das Jahr 1643 hin. Für die erste Jahreszahl spricht jedoch das Alter der beiden Glocken aus den Jahren 1473 und 1555. Größere Baumaßnahmen sind aus den Jahren von 1757 bis 1760 belegt Die im 2. Weltkrieg his auf den Chorraum vollständig zerstörte Kirche wurde bis zum Jahr I950 wieder aufgebaut und dabei um 1,50 m verbreitert. Der um die Kirche herum angelegte Kirchhof wurde beim Bau einer Schule (1850) unmittelbar neben der Kapelle verkleinert und dann im Jahre 1953 nach dem Wiederaufbau der Kapelle am Ortsausgang in Richtung Stadtkyll neu angelegt. Zwischenzeitlich wurden die Verstorbenen auf dem Friedhof der Pfarrkirche in Olzheim beigesetzt. An der Ostwand des Chorraumes befindet sich, durch den Altar verdeckt, ein noch erhalten gebliebenes gotisches Sakramentshäuschen.

2. Ausstattung
Im Jahr 1570 werden für die Kapelle zwei Altäre, später jedoch (1733) wird nur ein Säulenaltar erwähnt, der im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Der heutige Altar ist ein Geschenk der Pfarrei Velbert. In ihm befindet sich über dem Tabernakel die Statue des Kirchenpatrons. Daneben sind in dar Kapelle Statuen der Gottesmutter, des hl. lsidor und des hl. Kornelius sowie eine Herz-Jesu-Figur zu finden. Einen ersten Kreuzweg soll die Kapelle um 1888 erhalten haben. Der jetzige wurde im Jahre 1957 angeschafft. Im Glockenturm befinden sich zwei Glocken aus den Jahren 1473 und 1555. Die Fenster zeigen die Figuren der hl. Barbara, der hl. Brigitta, des hl. Wendelin und des hl. Aloysius.

3.Patrone
Wie bereits erwähnt, ist die Kapelle dem hl. Nikolaus (Patronatsfest am 6. Dezember) geweiht. Nebenpatrone sind der hl. Kornelius und die hl. Maria Magdalena. Alljährlich findet am Markustag eine Markusprozession von Olzheim nach Reuth statt. Ein neues Markuskreuz wurde 1991 von Steinmetz Anton Mies gestiftet und neben der Kapelle errichtet.

4. Pfarrzugehörigkeit
Die Kapelle ist Filialkapelle der Pfarrei St. Brictius Olzheim

5. Spezielle Literatur
Graef, Theo; Chronik der Pfarrei Olzheim; im Selbstverlag, Olzheim 1957.
(Verfasser Ewald Hansen)

Geschichtliches:  
1335 Die Grafen von Blankenheim übergeben die Stadt Kyle (dazu gehört auch Reuth) dem König Johann von Böhmen und erhalten es als Lehen zurück.
1423 Der Ort geht in den Besitz des Grafen von Loen über.
1469 Die gesamten Besitztümer der Grafen von Blankenheim kommen unter der Verwaltung des Grafen von Manderscheid.
1780 Der Graf von Sternberg übernimmt die Besitztümer der Manderscheider.
1794 Im Zuge der französischen Revolution wird der Ort der französischen Republik eingegliedert.
1814 Vermutlich Entstehung von Neureuth. Brasilienauswanderer vom Hunsrück werden hier sesshaft.
1816 Reuth kommt unter preußische Verwaltung.
1870/1871 17 Reuther Familien wandern nach Amerika aus.
1893/1894 15 Kinder sterben an Diphterie.
1932 Grippewelle mit 15 Todesfällen (Verfasser Ewald Hansen).
2000 Errichtung eines Windparks mit neun Windrädern
2003 Neuanlage  des Spielplatzes in der Ortsmitte
2003/04 Ausbau von Jugendgruppenräumen  und einem Veranstaltungspavillon
 

 


Dörfliches:
 
1891 Bau einer ersten Wasserleitung aus Steinen bis zur Ortsmitte.
1893/94 Erneuerung der Leitung und Verlegung von Bleirohren.
1911 Neubau der Wasserleitung und Verlegung von Hausanschlüssen.
1924 Das Dorf erhält elektrisches Licht.
1956 Bau der Ortskanalisation und der Kläranlage.
1958 Bau der Ortsumgehung (E 42).
1963 Abschluss des Flurbereinigungsverfahren.
1968 Neubau eines Jugendheimes.
1987 Erweiterung des Jugendheimes.
1990 Anlage eines Kinderspielplatzes.
1988 bis 1990 Neubau von Kanal und Kläranlage.
1996 bis 2002 Ausbau aller Gemeindestraßen und des Dorfplatzes
2004 Einweihung der Jugendgruppenräume und des Veranstaltungspavillons
Am Ortseingang aus Richtung Neuendorf steht ein altes Pestkreuz (genannt Siechkreuz) (Verfasser Ewald Hansen).
 
Schulisches:  
1859 Bau der ersten Schule.
  Schulneubau im Rohbau während des 2. Weltkrieges zerstört.
1954 Einweihung eines neuen Schulhauses.
1971 Auflösung der Schule Reuth.
Wenn Sie das Bild anklicken, sehen Sie eine Detailansicht.